Sind Privatschulen der Karrierebooster der Zukunft?

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Das staatliche Bildungssystem in Deutschland struggelt – und das nicht erst seit gestern. Vornehmlich der sich ausweitende Lehrermangel wird für zahlreiche Schulen und damit auch für eine Vielzahl an Schülern und Schülerinnen zum Problem. Für immer mehr Eltern bedeutet das: Bildung wird zunehmend zur Privatsache.

Doch welche Vorteile haben Privatschulen im Vergleich zu ihren staatlichen Äquivalenten? Bietet ihr Besuch Kindern zukünftig vielleicht bessere Karrierechancen?

Warum das Vertrauen in staatliche Kitas, Schulen und Universitäten verloren geht

Schulstunden fallen immer wieder aus, weil sich keine Lehrkraft für den Unterricht finden lässt. Das ist längst kein Einzelfall mehr. Allein im Schuljahr 2024/2025 blieb bundesweit jede zehnte Schulstunde aufgrund von Personalmangel auf der Strecke. Insbesondere an Förder- und Oberschulen.

Der Lehrermangel gehört daher in Deutschland zu den Dingen, die das bestehende Schulsystem besonders stark ins Wanken bringen. In Sachsen-Anhalt etwa fielen 2025 mehr Lehrkräfte aus als wieder eingestellt werden konnten. Rechnerisch sind dem Bundesland daher 124 Lehrer und Lehrerinnen verlorengegangen.

Die Folgen des Personalengpasses bekommen vor allem die Schüler und Eltern zu spüren:

  • Unterrichtsausfälle häufen sich.
  • Die Qualität des Unterrichts sinkt.
  • Das Leistungsniveau der Schüler sinkt.

Für die verbliebenen Lehrkräfte bedeutet der Lehrermangel eine spürbare Mehrbelastung. Sie erhöht das Risiko eines Burn-outs und damit eines Arbeitsausfalls. Ein Teufelskreis entsteht.

Bei solchen Aussichten verwundert es nicht, dass Eltern das Vertrauen in das staatliche Schulsystem verlieren. So mancher denkt inzwischen darüber nach, sein Kind an ein Privat-Gymnasium in Zürich oder an eine andere Privatschule zu schicken. Doch bedeutet ein solcher Schritt wirklich die erhofften Vorteile?

Darum ist die private Bildung auf dem Vormarsch

Im Jahr 2000 besuchten in Deutschland rund 560.000 Schüler eine Privatschule. 2025 waren es bereits 800.000. Dieser Zuwachs resultiert gleich aus mehreren Gründen.

Einerseits fehlen vielen staatlichen Bildungseinrichtungen nicht nur Lehrer, sondern auch finanzielle Mittel. Die Folge sind oft fehlende oder veraltete Unterrichtsmaterialien – von Lehrbüchern bis zu digitalen Medien.

Andererseits sinken sowohl die Unterrichtsqualität als auch das Leistungsniveau an einer Vielzahl an Schulen. 

Daher verwundert es nicht, dass Eltern, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen, den Nachwuchs an einer Privatschule anmelden. Davon versprechen sie sich mehrere Vorteile:

  • kleinere Klassen und somit mehr Aufmerksamkeit für jeden einzelnen Schüler
  • individuellere Förderung von Fähigkeiten und Interessen
  • bessere Ausstattung und dadurch ein positives Lernklima

Zudem arbeiten einige Privatschulen mit einem spezialisierten pädagogischen Konzept, das etwa die Selbstverwirklichung der Lernenden fördern soll.

Ein weiterer Pluspunkt: Lehrkräfte haben an privaten Bildungseinrichtungen häufig deutlich kürzere Entscheidungswege. Dadurch profitieren sie von mehr Freiräumen, um neue und innovative Unterrichtsmethoden auszuprobieren.

Dieser Ausbruch aus dem starren staatlichen Schulsystem kann sowohl die Motivation der Lehrer als auch die der Schüler steigern.

Sind Privatschulen ein Sprungbrett für die zukünftige Karriere?

Kinder, die eine private Schule besuchen, haben es auf dem Arbeitsmarkt nicht zwangsläufig leichter. Schließlich spielen bei der Jobsuche noch immer die individuellen Fähigkeiten, Motivationen und Werte eine Rolle.

Allerdings können Privatschulen im Vergleich zu ihren staatlichen Pendants den Weg in einen gutbezahlten Beruf leichter ebnen. So belegen etwa die PISA-Tests der letzten Jahre, dass Privatschüler gegenüber Lernenden an staatlichen Schulen ein leicht erhöhtes Leistungsniveau aufweisen.

Zudem herrscht in vielen privaten Bildungseinrichtungen – von der Kita bis zur Hochschule – eine oft strenge Selektion. Das bedeutet, Kinder, die das Leistungsniveau nicht halten können, scheiden aus.

Das mag hart klingen. Allerdings kann sich diese Konzentration auf Leistung positiv auf die Unterrichtsqualität auswirken. Diese wiederum nimmt direkten Einfluss auf die Lernmotivation der Schüler.

Ist diese besonders hoch, steigen auch die Chancen auf einen guten Abschluss – die Basis für eine erfolgversprechende Karriere.