Sparkling: Die Kölner Indie-Band veröffentlicht erste Single „the same again“

Das Indie-Trio Sparkling aus Köln ist spätestens seit der EP „This Is Not The Paradise They Told Us We Would Live In“ (2016) zusammen mit Moses Schneider auf dem Merkzettel von nahezu jedem gelandet, der sich hierzulande für zeitgenössischen Rock interessiert. Vor allem, weil diese Gruppe die Strukturen von Musik elegant reduzieren kann, um dafür einen Überschuss an Leidenschaft, Hingabe, Wut und Energie zu erlangen. Ziemlich hilflos nennen einige diese Musik minimalistisch oder abstrakt, aber das trifft es nur ungefähr – und „ungefähr“ ist bei einer Band, die wie Sparkling so präzise und konzentriert ans Werk geht, falsch. Tatsächlich ist die Wucht ihrer Songs überaus konkret, weil direkt physisch erfahrbar; die Spannung, die auf der Bühne herrscht, wenn Leon und Levin Krasel sowie Luca Schüten exakt abgezirkelt die Ekstase erproben, überträgt sich sofort auf das Publikum. Und minimalistisch?
Trifft es eben auch nicht, weil ihre Songs zwar durch Aussparen, Weglassen, Einkochen nach allen Regeln der Kunst ausgehärtet sind, aber das Ergebnis immer maximale Wirkung ist: Ein hochverdichtetes Konzentrat von Postpunk- und Indie-Attitude.

Die Single „the same again“ von Sparkling thematisiert die Unfähigkeit des Menschen, aus seinen Fehlern zu lernen. Ein Song über die groteske, unendliche Wiederholung der immer gleichen Unsinnigkeiten und die Frage danach, ob es denn wirklich so sein muss. An die Stelle von Frustration tritt hier Selbstironie, die dem Dilemma beinah amüsiert gegenübersteht. Ist die selbsternannte Krone der Schöpfung unfähig dazu, Vergangenes zu verinnerlichen und sich auf dessen Grundlage zu verbessern? „Is this how we wake up?“, „Is this how it should be?“ Vielleicht geht es hier nur um die persönliche Fehlerschleife jedes Einzelnen, vielleicht aber auch um das große Ganze.

Die Antworten auf diese Fragen mögen nicht eindeutig und unklar erscheinen – ganz im Gegensatz zur Farbpalette im Video zu „the same again„: Die kann in ihrer Klarheit nämlich fast mit einem Mondrian-Gemälde mithalten.

Zu sehen gibt es auch – ebenfalls klar – Sparkling auf ausgewählten Bühnen. Und zwar an den folgenden Terminen:

Live:
13.05. Hamburg,Uebel & Gefährlich
14.05. Berlin – Maze
15.05. München – Unter Deck