Jata stellt neues Video zu „Love You (Less)“ online

unnamed(1)

Mit „Mexico“ hat sich der mit bürgerlichen Namen Jacob Vetter heißende JATA einen Traum erfüllt. Bislang spielte er in zahlreichen Bands, produzierte die Musik anderer Leute und arbeitete als Live- und Studiomusiker. Die musikalische Vision des 34-Jährigen wird aber erst jetzt mit seinem ersten Soloalbum „Mexico“ in Gänze erkennbar. „Ich habe meine Banderfahrungen sehr genossen, fand es nun aber auch befreiend, alle Entscheidungen selbst treffen zu können“, sagt Jacob.

Folglich hat JATA „Mexico“ im Wesentlichen alleine komponiert, eingespielt und aufgenommen. Ein Umstand, auf den unbedingt hingewiesen werden muss: „Mexico“ ist von einer stilistischen Fülle, von einer kompositorischen Reife und inhaltlichen Substanz, wie sie nur wenige Musiker in sich vereinen. Man hört gleich: JATA fasst hier alle Stationen eines reichen musikalischen und persönlichen Lebens in einem Coming-of-Age-Album der Sonderklasse zusammen.

Schon immer war JATA ein Reisender und ein Suchender. Geboren in Ulm, zog die Familie in die USA, als er sechs war. Später lebte er unter anderem in Frankfurt, Mainz, Frankreich, Berlin und in der Schweiz. Insbesondere die Jahre in Washington, D.C. beschreibt JATA bis heute als unersetzbar für seine musikalische Sozialisation. „Damals habe ich begonnen, mich für Musik zu interessieren und vor allem R&B und HipHop zu hören“, sagt er. Es war die Hochphase des Golden Age des US-Rap. Und diese Prägung hört man der Musik auf „Mexico“ deutlich an. Das elektronisch grundierte Pop-Album ist durchdrungen von einer tiefen Liebe zu R&B, Soul und HipHop.

Damit war eine Leidenschaft geweckt. JATA begann zu schreiben, Musik aufzunehmen und zu singen
– und studierte später Jazzgesang. Parallel spielt er bei verschiedenen Bands und durchläuft die grundlegende Ausbildung und Sozialisation eines Musikers. Als Teil einer musikalischen Szene hat sich JATA jedoch nie empfunden. „Ich bin ohnehin andauernd unterwegs“, sagt er.

Insofern ist es kein Wunder, dass die Basis für sein erstes Soloalbum ausgerechnet in Mittelamerika gelegt wurde. Direkt nach dem Studium ging er gemeinsam mit seiner Frau, die für die UN arbeitet, für sechs Monate nach Mexiko. Dort befand er sich in einem Gefühlszustand, für den die portugiesische Sprache das wunderschöne Wort Saudade bereithält: eine Mischung aus Wehmut und Melancholie, aus Sehnsucht und Nostalgie. Saudade lässt sich nicht mit Traurigkeit übersetzen, es geht vielmehr um
ein undefinierbares Verlangen.  „Mexiko hat für mich den Abschied von der Adoleszenz markiert“, sagt JATA. „Ich war froh, das hinter mir zu haben, hatte aber auch viele gute Erinnerungen an die Jugend.“
Er befand sich also in einem Zwischenzustand: „Ich habe mich auf den nächsten Lebensabschnitt
gefreut, verspürte aber auch eine gewisse Wehmut.“

Und genau dieses Gefühl, die Saudade, ist nun die Grundierung des konsequenterweise „Mexico“
genannten JATA-Debüts.

Der Vorab-Track „Monster“ ist ein pulsierender Slow-Beat mit verwehtem Saxofon an der Schnittstelle von Soul und R&B, bei dem man nicht zuletzt an den späten Marvin Gaye denkt. Und die erste Single
„Love You Less“ beginnt mit synthetischen Frauenchören, legt Space-Rauschen und Synthiegeschwader über verschachtelte Beats. Diesen Sturm durchbricht JATA abermals mit nachdenklichen Gesang über die Vergänglichkeit der Liebe: „What’s the use of writing one more song for you“, fragt er sich – und tut es dann doch.

Geschrieben und aufgenommen hat JATA „Mexico“ im Wesentlichen in Frankreich, wo er seit anderthalb Jahren wohnt. Hier, in einem kleinen Dorf in der Nähe von Genf, fand er die Ruhe für seinen bislang größten musikalischen Wurf. Aber letztlich ist natürlich auch das wieder nur eine Zwischenstation für den suchenden Reisenden JATA: Abgemischt hat er „Mexico“ gemeinsam mit Ash Workman in London. Und in England hat es ihm so gut gefallen, dass er nun eben dorthin zieht: Nach Margate, einem alten Badeort. Dort, am Meer, wird er wieder neue Beobachtungen machen und weitere Träume entwickeln.

Denn JATA gehört zu jener Generation, für die Landesgrenzen keine Rolle spielen. Es geht ihm um Menschen, Erfahrungen, Beobachtungen. Und von diesem internationalen Geist ist auch die Musik auf seinem Debüt „Mexico“ beseelt.

unnamed