DISSY und seine verstörende Videosingle „cotazur“

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Mit Kritik am Klickwahn („Click„) hat sich Rapper, Produzent und Filmemacher DISSY im Juni eindrucksvoll zurückgemeldet. Sein mittlerweile zum Kritikerliebling avanciertes Debütalbum „Playlist 01“ (2018) hat dem Wahlberliner einen veritablen Hype abseits des HipHop-Mainstream beschert.

Im Gegensatz zu „Click“, einem IDM-mäßigen Grime-Banger, der durch DISSYs Talent bestach, tiefgründige Texte mit Zeitgeistreferenzen zu kombinieren, ist „cotazur“ ein melancholischer Track. Der Song wartet mit einer bemerkenswerten Intensität und einer sich bösartig im Ohr festsetzenden Hook auf.

Statt ein Sonnenschein-Video an der französischen Mittelmeerküste zu drehen, verschlug es Multitalent DISSY für „cotazur“ abermals nach Vietnam. Das stroboskopartige Video verbindet nervös zuckende, teils verstörende Urlaubsimpressionen miteinander. Es malt ein aufwendiges Bild von DISSYs Kosmos. Als erstaunlicher Gegenpol zum gegenwärtigen State of the Art der Szene, rappt DISSY auf „cotazur“ über Coachella-Vibes im Ghetto gegen Borderline-Depressions.

2019 geht der DIY-Antiheld DISSY neue Wege. Mit Torn Palk und Phil Koch hat der gebürtige Erfurter sein Kreativteam erweitert und sich schrittweise von den bisherigen Konzeptfesseln seiner Vorgängerreleases gelöst. Unter dem schizophrenen Alter Ego „Fynn“ produziert er die düsteren Instrumentals, über die er die Wiedersprüche seiner Generation zwischen Pseudorebellion und Selbstaufgabe, Melancholie und Misanthropie aufdeckt.

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