BICEP MIT ZWEI NEUEN TRACKS AUF NEUER EP „GLUE“

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Während die Lobeshymnen für das selbstbetitelte Debütalbum des in Belfast geborenen und nun in London ansässigen Duos Bicep kein Ende nehmen – und sich dieses immer weiter zu einem der elektronischen Alben des Jahres entwickelt – erscheint heute mit der „Glue“ EP ihre jüngste Veröffentlichung digital und tags drauf, am 3. November 2017, auf Vinyl via Ninja Tune. Auf der EP finden sich mit „Metro“ und „DLR“ zwei neue Tracks, die beide ebenfalls den sowohl treibenden als auch atmosphärischen Geist des Albums in sich tragen.

Inspiriert von der Hommage des Songs an die Rave-Ära, veröffentlichen Bicep heute zudem das Video zu „Glue“ von Joe Wilson. Zu sehen bekommt man eine Serie von Landschaften, an denen einstmals berüchtigte Raves stattfanden, die heute aber leer sind, vor sich hinfaulen und kaum noch was von der Bedeutung preisgeben, die sie mal für die britische Musikkultur haben sollten. Die starren Einstellungen bieten Leerstellen, durch die man sich über die Relevanz dieser Orte bewusst wird und sieht, wie ein verlassenes Lido, ein abgelegener Flugplatz oder eine ungenutzte Lagerhalle dazu beigetragen haben, das Leben einer Generation mitzuformen. Diesen Bildern gegenübergestellt sind die nebulösen, fragmentierten Aussagen derer, die selbst damals da waren, zusammengetragen aus verschiedenen YouTube-Kommentarspalten der einflussreichsten musikalischen Beiträge des Genres aus diesen Zeiten. Diese schönen Beweisstücke einer vergangenen Zeit preisen eine Episode von Einheit und Euphorie, an die man sich unweigerlich zurücksehnt – zumindest für eine Nacht.

Mit Support von beispielsweise Four Tet, Ben UFO und The XX – die erst kürzlich Biceps dritte Single „Vale“ bei ihrem BBC Radio 1 Takeover spielten – oder mit einer zehnseitigen Titelstory im Mixmag, haben Matt Briar und Andy Ferguson ihre Fähigkeiten als Produzenten als auch als produktive Selektoren deutlich unter Beweis gestellt. Das Ergebnis ist eine klanglich ausufernde Platte, die sowohl die hingebungsvollsten Klubgänger als auch die Schlafzimmerhörer zugleich anspricht. „Bicep“ ist mit Hochgeschwindigkeit an die Spitze der Charts geklettert und erreichte einen beeindruckenden Platz 20 in den offiziellen UK-Albumcharts und sogar den 7. Platz in den britischen Vinyl-Albumcharts. Ihre einzigartige Annäherung an das Album, das zwar auf der Blaupause von klassischem House, Techno, Elektro und Italo Disco fußt, jedoch auch einen deutlich erkennbaren Bicep-Stempel trägt, hat Beifall bekommen von u.a. Pitchfork, Resident Advisor und dem Guardian und wurde bei Erscheinen u.a. von BBC 6 Music zum „Album of the day“ gekürt. Die zweite Single des Duos, „Glue“, wurde sofort ein Hit, der über 1,6 Mio. Mal bei Spotify gestreamt wurde und der ebenfalls von Größen wie Annie Mac oder Gilles Peterson rauf und runter gespielt wurde.

Und tatsächlich haben sich die beiden Jungs aus Nordirland diesen Erfolg auch mehr als verdient: nur wenige schaffen es, ein Album mit so vielen einprägsamen Hooks und Dacefloor-Momenten zu produzieren, aber noch weniger Menschen kriegen es zudem noch hin, ein echtes elektronisches Crossover-Album auf die Beine zu stellen, das sich gut und gerne in langsameren Territorien bewegen kann und gleichzeitig jemanden mit einer solchen Leichtigkeit mitreißt. „Was Bicep von seinen Big-Room-Zeitgenossen unterscheidet, ist ihre Fähigkeiten, auch einen Gang zurückzuschalten.“, wie Pitchfork das Duo treffend beschreibt.

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